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Kaiser Brauerei entwickelt „Geislinger GIN“

Written by on 26. November 2020

Veredeln statt wegschütten: Die Geislinger Kaiser Brauerei hat aus unverbrauchtem Fassbier einen hochwertigen GIN destillieren lassen. Die durch den Lockdown im Frühjahr entstandene Überproduktion wurde so nachhaltig und genussvoll weiterverwertet.

Geislingen. Viele tausend Hektoliter Fassbier wurden in Baden-Württemberg nach dem Lockdown im Frühjahr oft medienwirksam von namhaften großen und kleinen Brauereien in Deutschland vernichtet. „Für uns kam das nicht in Frage“, sagt Christoph Kumpf, Geschäftsführer der Geislinger Kaiser-Brauerei. Er hatte eine ganz andere Idee: Nachdem er den durch den Lockdown ohnehin schon sehr gebeutelten Gastronomen die zumeist abgelaufenen Fässer durch neue ersetzt hatte, wollte er aus dem übrig gebliebenen Bier ein edles Destillat herstellen lassen. „Das Bier war – bis auf die fehlende Frische – im Grunde ja noch gut und eine hervorragende Basis, um daraus etwas Neues zu machen“, berichtet Kumpf. Zu viel Mühe und Zeit wurde in die Herstellung des Bieres gesteckt, um das Lebensmittel einfach wegzuschütten, da waren sich die Geislinger Braumeister einig. 

Erfahrener, regionaler Partner 

Zwei Telefonate später konnte Christoph Kumpf mit August Kottmann von der Brennerei und dem Gasthofs Hirsch in Gosbach einen Partner finden, der von der Idee sofort begeistert war. Es war der erste Bierbrand für den erfahrenen und über die Region hinaus bekannten Destillateur, der als ersten Test zehn Bierfässer der Kaiser Brauerei veredeln wollte – das entspricht 300 Liter. „Das Destillieren des Bieres ist aufwändiger als bei üblichen Obstbränden“, berichtet August Kottmann, der für seine Destillate bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Er habe festgestellt, dass es beim Destillieren von Bier noch wichtiger ist, die Fraktionen genauestens zu trennen, um keine unerwünschten Aromen in das Destillat zu bekommen. Nach einer ersten Verkostung des Brands war Christoph Kumpf und August Kottmann klar: Ein Bier-Gin soll es werden.

Christoph Kumpf (links) und August Kottmann bei einer Verkostung (Bild: Kaiser Brauerei)

Nachhaltiger und geschmackvoller Genuss

Die Beiden verfolgten bei der Entwicklung des Rezeptes das Ziel, den Ursprung und die Geschichte dieses sehr speziellen Gins geschmacklich herauszuarbeiten und zwar auf eine Art und Weise, die das Destillat aromatisch aber vor allem auch rund und weich werden lässt. Nach vielen Versuchen und Feinjustierungen stand fest: „Wir wagen das Experiment, die gesamte Menge wird destilliert“. 

Die insgesamt 160 übrigen Bierfässer wurden in einen Transporttank umgefüllt und in die Manufaktur Jörg Geiger nach Schlat gebracht. „Die Brennblase der Familie Kottmann war für diese Menge schlicht zu klein. Mit Jörg Geiger wurde ein weiterer Partner gefunden, der das Volumen verarbeiten kann“, berichtet Christoph Kumpf. Der destillierte Bierbrand wurde dann wiederum gemeinsam mit August Kottmann und den Geislinger Braumeistern bei zahlreichen Treffen verfeinert und die Rezeptur des Gins vollendet. 300 Flaschen „Geislinger GIN“ sind so aus den rund 5000 Litern Bier entstanden, das nachhaltig und geschmackvoll zu neuem Genuss veredelt wurde. 

 

(Quelle: Kaiser Brauerei)