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Geschwindigkeitskontrolle mit ganz bitterem „Gschmäckle“

Verfasst von am 20. Mai 2020

Lesezeit ca. 2 Min.

Radarkontrolle in Göppingen mit ganz bitterem Gschmäckle

Immer wieder kommt es im Land infolge überhöhter Geschwindigkeit und durch den Konsum bewußtseinsverändernder Substanzen zu Unfällen. Aber auch Unachtsamkeit führt regelmäßig zu Schwierigkeiten im Straßenverkehr. Die Rücksichtslosigkeit einzelner Verkehrsteilnehmern ist mitunter auffällig. Verkehrsüberwachung ist wichtig, daran besteht kein Zweifel. Fällt es doch so manch einem etwas schwer sich an die Regeln zu halten, die das Miteinander auf der Strasse etwas leichter machen sollen. Erst vor kurzem haben wir in unseren Sendungen von der neuen Straßenverkehrsordnung berichtet.

Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern. Aber auch Temposünder werden härter abgestraft als zuvor. Wer Innerorts mit 21 km/h zu schnell unterwegs ist, bekommt € 70 Strafe und einen Monat Fahrverbot, sowie einen Punkt. Außerorts „muß“ man 26 km/h schneller sein, zahlt € 80 und es droht ebenfalls ein Fahrverbot von einem Monat und ein Punkt im hohen Norden. Verkehrsminister Scheuer freue sich, denn mit der neuen Verordnung mache man unsere Mobilität sicherer, klimafreundlicher und gerechter, heißt es auf der Homepage des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zur Einführung der neuen Straßenverkehrsordnung. Allerdings gab es dafür heftigen Gegenwind. Man spreche inzwischen von einer Unverhältnismäßigkeit.

Echte Verkehrsüberwachung oder moderne Wegelagerei?

Aufgrund einiger Baustellen in Göppingen kommt es zu Verkehrsbeeinträchtigungen. Ein prominentes Beispiel  ist die Sperrung der Salamanderstarße/Lehlestraße. Dadurch verlagert sich der Verkehr zu einem Großteil auf die Beckhstraße zwischen Göppingen und Faurndau. Dort waren bis letzte Woche auf einem Teilabschnitt zwischen den Ortsschildern 70 km/h erlaubt. Plötzlich sind es 50 km/h mit teilweise fest installierten Schildern, aber auch mit temporären Schildern gekennzeichnet. Am vergangenen Dienstag (19.05.2020), wurde dort sofort um die Mittagszeit für mehrere Stunden ein mobiler Blitzer aufgebaut! Dies führte zu großem Unmut in der Bevölkerung. Juristisch mag dies korrekt sein, moralisch ist es für die Tonne. 

So trifft es wahrscheinlich die Ortskundigen, welche z.B. im in der Nähe gelegenen Pflegeheim endlich unter Auflagen mal wieder die Verwandtschaft besuchen können und die Menschen, welche durch Homeoffice und Home-Schooling dieser Tage ohnehin am Limit sind und nicht vorsätzlich, sondern mehr aus Gewohnheit ggf. exakt diese o.g. 21 km/h zu schnell sind, also historisch gefühlt 1 km/h zu schnell. Erhöht diese Maßnahme, an genau diesem Tag, zu einer Zeit selbst im Ministerium umstrittener Rechtslage und kurz nach Änderung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit tatsächlich die Verkehrssicherheit und schützt die Schwächeren? Ein Frage die sich jeder selbst beantworten kann.

Hier spielt es aber auch eine Rolle warum geblitzt wird. Handelt es sich dort z.B. um einen Unfallschwerpunkt, oder Lärmschutz. Eine Presseanfrage unsererseits am 19.05. bei der zuständigen Stelle blieb bisher unbeantwortet (Stand: 21.05.).

Hätte man den Bürgern eine Umgewöhnungszeit von ca. zwei Wochen eingeräumt, könnte man dieses Vorgehen wenigstens von „ganz bitterem Gschmäckle“ auf nur „Gschmäckle“ herabstufen. 

Übrigens: Wer mit Maske fährt, handelt sich nach der aktuellen Rechtslage ggf. den nächsten Ärger ein. Ist aber ein anderes Thema.

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