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Der Teil-Lockdown hat begonnen

Verfasst von am 2. November 2020

Der Teil-Lockdown hat begonnen

Nach einem bemerkenswerten Regelwirrwarr, zumindest teilweise, welches selbst aufgrund verschiedener Punkte innerhalb Baden-Württembergs, also innerhalb eines Bundeslandes für Fragezeichen gesorgt hatte, beginnt ein Teil-Lockdown, der für viele Bundesbürgerinnen und Bundesbürger erneut ein Kraftakt existenzieller Bedeutung ist. 

Uns erreichten in den letzten Wochen Nachrichten von Menschen, welche aufgrund widersprüchlicher Veröffentlichungen keine andere Wahl hatten als selbst zum Hörer zu greifen und beim zuständigen Landratsamt genauer nachzuhaken, da Verordnungen des Landes mit denen der Landkreise nicht übereinstimmten. Dies zeigt die Schwierigkeit bei einer sich rasch verändernden Situation die notwendigen Maßnahmen korrekt abzustimmen und strukturiert zu veröffentlichen. Es zeigt aber auch, daß viele Bürgerinnen und Bürger bestrebt sind, die Regeln einzuhalten um sich und ihre Mitmenschen zu schützen und Bußgelder zu vermeiden. Nun wird es wieder eindeutiger, aber gleichzeitig auch strenger. Unterschiede gibt es zwischen den einzelnen Ländern dennoch.

Deutlicher Anstieg intensiv medizinisch betreuter Covid-19 Patienten

Laut dem Lagebericht des RKI vom 01.11.2020, ist die Inzidenz der letzten 7 Tage deutschlandweit auf 114,6 Fälle pro 100.000 Einwohner angestiegen. In den vergangenen zwei Wochen habe sich die Zahl der intensivmedizinisch behandelten COVID-19-Fälle von 769 Patienten am 18.10.2020 auf 2.061 Patienten am 01.11.2020 nahezu verdreifacht.

Ein Anstieg von erkranktem medizinischen Fachpersonal kann die Kapazitäten der Krankenhäuser weiter einschränken. Als Laie geht man davon aus, daß an Covid-19 erkrankte Intensivpatienten im Falle regionaler Engpässe auf andere Krankenhäuser mit noch verfügbaren Betten und Personal in der BRD verteilt werden. Da wirkt die Nachricht, daß Bund und Länder künftig betroffene Patienten bei Notwendigkeit auf verschiedene Bundesländer verteilen wollen weniger wie ein innovativ ausgeklügelter Plan, als eher selbstverständlich. Die Herausforderung besteht viel mehr darin, ein zentrales System zur Erfassung und Weitergabe der Informationen über entsprechende Kapazitäten zu etablieren, was aber heutzutage keine unlösbare Aufgabe sein sollte (s. DIVI IntensivRegister-Verordnung vom 08.04.2020). Nach Informationen des Ärzteblatts vom April 2020, machte das Bundesministerium für Gesundheit deutlich , daß die Registrierungs- und Aktualisierungspflicht zwar ein Eingriff in die „Freiheit der Be­rufsausübung der Krankenhäuser in privater und freigemeinnütziger Trägerschaft“ sei, es aber durch die „schutzwürdige Erwägungen des Gemeinwohls gerechtfertigt sei“. Man sieht, auch hier galt und gilt es einige Hürden zu nehmen.

Ein weiteres Problem sei dennoch, man kenne nicht die genaue Anzahl von Pflegepersonal mit intensiv medizinischer Ausbildung. Ein freies Bett sei also nicht gleich ein freies Bett. Das ist nicht erst seit gestern so – man stellt fest, daß eben doch nicht alles so selbstverständlich ist, wie es der Laie annimmt.

Zunächst gilt der Teil-Lockdown bis Ende November.