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Bodenschonende Holzernte mit Pferdeeinsatz im Forstrevier Kirchheim

Verfasst von am 30. Januar 2024

Holzrücken mit nur einem PS ist nicht nur ein historisches Arbeitsverfahren im Wald. Es ergänzt vielmehr das heute verfügbare Spektrum an Arbeitstechniken im Wald. Dies ist derzeit im Forstrevier Kirchheim zu sehen.

Holzrücker Julian Sartorius aus Lichtenwald ist mit seinen beiden Kaltblutpferden „Felix“ und „Ikar“ im Einsatz. Ziel ist eine naturnahe und bodenschonende Waldbewirtschaftung.

Wichtig ist es nach Angaben des Forstamtes, die Möglichkeiten und Grenzen eines Pferdeinsatzes zu kennen. Grundsätzlich eigenen sich für den Pferdeeinsatz jüngere Wälder mit dünneren Bäumen in ebenen Lagen. Weil diese Bedingungen in dem bearbeiteten Kirchheimer Waldteil in idealer Weise erfüllt sind, hat sich Revierleiter Benjamin Fischer zum Pferdeeinsatz entschlossen. Das Pferd besticht durch eine pflegliche Arbeitsweise. Es bewegt sich geschickt um Hindernisse und Bäume herum. Durch seine Wendigkeit und Flexibilität werden verbleibende Bäume geschont. Dies funktioniert aber nur, wenn Mensch und Tier optimal aufeinander eingespielt sind.

Holzrücker Julian Sartorius ist mit seinem Pferd „Felix“ derzeit im Kirchheimer Wald bei der Holzernte im Einsatz. Die beiden sind ein gut eingespieltes Team. (Foto: Elke Rimmele-Mohl)

Die Forstverwaltung verfügt über ein umfassendes Konzept zum Schutz des Bodens. Entscheidend ist, dass der Anteil des Waldbodens, der befahren wird, so gering wie möglich ist. Deshalb werden Rückegassen im Abstand von 40 Metern festgelegt. Nur auf diesen Linien dürfen sich Maschinen bewegen. Typischerweise wird der Pferdeeinsatz mit dem Einsatz einer Vollerntemaschine kombiniert. Das Pferd transportiert dann die gefällten Bäume aus der Tiefe des Waldes bis zur Kranreichweite der Maschine, die auf der Rückegasse steht.

Pferd „Felix“ ist 15 Jahre alt und wird von seinem Besitzer regelmäßig zur Waldarbeit eingespannt. Die zwei sind ein optimal eingespieltes Team. „Felix “ reagiert auf feinste Kommandos. Dazu war jahreslanges Training notwendig.

Der Belgische Kaltblüter kann auf Dauer bis zu 20 Prozent seines eigenen Körpergewichtes ziehen, das können bis zu 200 Kilogramm bzw. ein Holzstamm mit maximal 0,5 Kubikmeter Holzmasse sein. Nach vier Stunden wird das Pferd gewechselt. Der Pferdeführer aber arbeitet durch. An ihn sind die Anforderungen hoch: Die Arbeit erfordert hohe Konzentration, Kraft, Geschick und Ausdauer.

(Quelle: Landratsamt Esslingen)