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Auf dem Weg mit Mehrweg!

Verfasst von am 23. März 2022

Teilweise die Hälfte des Abfalls in den Mülleimern der Stadt Göppingen, insbesondere in der Stadtmitte, besteht aus Einwegverpackung. Darüber hinaus landen die Einwegbecher und -gefäße oft auch in der Natur oder auf öffentlichen Wegen.

Das sind erschreckende Zahlen:

– 35 Billionen Plastikflaschen werden jährlich weltweit weggeworfen, eine Million pro Minute in Deutschland. 91 Prozent dieser Flaschen werden nicht recycelt. Deutschland produziert von allen EU-Staaten am meisten Verpackungsmüll pro Kopf.

– 2,8 Milliarden Einwegbecher fallen in Deutschland jährlich an. Sechs Prozent der Deutschen nutzen To-Go-, Takeaway- oder Bring-Angebote mindestens einmal pro Woche, 14 Prozent mehrmals und 42 Prozent mindestens einmal im Monat, während der Corona-Pandemie sind die Zahlen gestiegen.

Durch die Reste von Plastikverpackungen in der Natur steigen Umweltrisiken für Flora und Fauna, durch Mikroplastik auch für die menschliche Gesundheit. Zudem sind bei den für Einwegverpackungen verwendeten Materialien vor allem die Bereitstellung und Aufbereitung der Rohstoffe, der Einsatz von Energie bei der Herstellung und der Verbleib der Stoffe nach der Nutzung problematisch.

Doch es tut sich was: Auf europäischer Ebene sieht eine EU-Richtlinie vor, dass ab dem 3. Juli 2021 Wegwerfprodukte aus Plastik verboten sind. (Lagerbestände dürfen noch verbraucht werden.) Und in Deutschland sind Restaurants, Bistros und Cafés ab 2023 verpflichtet, der Kundschaft auch Mehrwegbehälter anzubieten, so sieht es die Änderung des Verpackungsgesetzes vor.

Was kann nun jede und jeder einzelne in Göppingen tun, um dieser Problematik etwas entgegenzusetzen? Durch konsequentes Handelns und als Gastrobetrieb und als Konsument*in strikt Mehrweg statt Einweg verwenden. Dies kann zur Kosteneinsparung führen sowie einen Beitrag zu Müllvermeidung, zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Denn in der Regel reichen bereits zehn bis 15 Umläufe eines Mehrweggefäßes für eine positive Klimabilanz im Vergleich mit der entsprechenden Zahl an Einwegverpackungen. Einwegverpackungen aus biobasierten Kunststoffen stellen beim derzeitigen Stand von Forschung und Entwicklung übrigens keine ökologisch sinnvolle Alternative zu Mehrwegverpackungen dar.

(Foto: Stadt Göppingen)

„Auf dem Weg mit Mehrweg“ lautet deshalb die von der Stadt Göppingen koordinierte Kampagne, die sowohl Gastrobetriebe als auch Konsumentinnen und Konsumenten dazu auffordert, Mehrweg statt Einweg zu verwenden – sei es mitgebrachte Gefäße der Kundschaft oder Gefäße eines etablierten Mehrwegsystems. Auf dem Stadtgebiet etabliert sich aktuell das Mehrwegsystem „recup“ beziehungsweise „rebowl“; bereits 13 Betriebe bieten die Mehrweggefäße an. Die Standpunkte sind ersichtlich unter https://recup.de/. Davon nahmen sieben Unternehmen die 200-Euro-Finanzierungsunterstützung von städtischer Seite in Anspruch, um ein Mehrwegsystem bei sich zu etablieren. Sie allein haben in wenigen Wochen bereits über 700 Gefäße und über 200 Becher in Umlauf gebracht. Ein Euro Pfand für den Becher, fünf Euro Pfand für das Speisegefäß, das Mehrweggeschirr kann bei allen teilnehmenden Gastrobetrieben wieder abgegeben werden – so einfach funktioniert es, und schon ist die Umwelt etwas sauberer!

Die bisherigen Erfahrungen sind zufriedenstellend und laden weitere Gastrobetriebe der Stadt, aber auch im Landkreis sowie natürlich alle Konsument*innen ein, das Angebot zu nutzen und bekannt zu machen. Am Mittwoch, 20. April, wird es nachmittags von 15:30 bis 16:30 Uhr ein Online-Treffen für Mehrweginteressierte geben, um die Kampagne weiter voranzutreiben. Vom 2. bis 15. Mai nimmt die Stadt Göppingen an den Deutschland-weiten Aktionstagen „Essen in Mehrweg“ teil; weitere Infos gibt es unter https://esseninmehrweg.de/.

Wer konstruktive Hinweise und Ideen hat, wie die Stadtgesellschaft Göppingen weiter Abfall vermeiden und Ressourcen schonen kann, zum Beispiel auch in privaten Haushalten, kann diese in ein Formular unter https://bit.ly/gp2030-sauberkeit eintragen.

In den folgenden Wochen informiert GEPPO zu verschiedenen Fakten, bereits existierenden Aktivitäten, anstehenden Veranstaltungen sowie Handlungsmöglichkeiten für jede und jeden Einzelnen. Rückmeldungen an Isabel Glaser, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik, E-Mail iglaser@goeppingen.de.

 

(Quelle/Fotos: Stadt Göppingen)