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Auch im Landkreis Esslingen gibt es eine Müllproblematik

Verfasst von am 1. Februar 2022

Nicht nur in Göppingen läuft es beim Thema Müll nicht rund, sondern auch im benachbarten Landkreis Esslingen. Allerdings ist dort das Problem etwas anders geartet.

Abfallwirtschaftsbetrieb Esslingen fordert von Abfuhrunternehmen verlässlichen Plan zur Abholung von Bio- und Restmüll sowie Papier.

Seit Jahresbeginn bleiben volle Bio-, Restmüll und Papiertonnen im Landkreis Esslingen häufig stehen. Das beauftragte Unternehmen Alba leert die Tonnen nicht wie vertraglich vereinbart. Landrat Heinz Eininger steht mit der Konzernspitze in Kontakt: „Wir fordern von dem Unternehmen mit Nachdruck ein verlässliches Konzept zur Abarbeitung der Rückstände sowie die Einhaltung der Regelentsorgung“, sagt der Landrat.

Seit der Neuvergabe bei der Abfuhr von Bio- und Restmüll im Landkreis Esslingen läuft es nicht mehr rund. Während die Bio- und Restmüllabfuhr im östlichen Abfuhrgebiet durch das Unternehmen Prezero im Wesentlichen ohne Komplikationen verläuft, bestehen im westlichen Abfuhrgebiet beim Vertragspartner Alba erhebliche Schwierigkeiten. Seit Jahresbeginn bleiben vermehrt volle Bio- und Restmülltonnen stehen. Papiertonnen wurden zum Teil seit Wochen nicht geleert. Die Probleme bei der Papierabfuhr häufen sich nun auch im östlichen Abfuhrgebiet – Alba ist im gesamten Landkreis für die Abfuhr des Papiermülls zuständig.

Das Unternehmen hat beim Abfallwirtschaftsbetrieb ein Personalausfall in Folge von Erkrankung, die Eingewöhnung des neuen Personals in die Touren sowie bei der Papierentsorgung große Mengen nach den Feiertagen angegeben. „Wir verhandeln seit Wochen mit dem Unternehmen um die geregelte Abfuhr sowie die Aufarbeitung der Rückstände“, berichtet Manfred Kopp, der Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsbetriebs im Landkreis Esslingen. Das Unternehmen habe zwar zusätzliche Fahrer bereitgestellt, diese reichten aber inzwischen nicht mehr aus, die Rückstände abzuarbeiten. Selbst die vom Unternehmen täglich kommunizierten „Komplikationslisten“, in denen Probleme festgehalten und Pläne zur Abfuhr dokumentiert werden, würden nicht eingehalten. Geplant war, dass zunächst die Rückstände des „stinkenden Mülls“ wie Bio- und Restmüll abgefahren werden sollten und dann die Papiertonnen.

1000 Reklamationen pro Woche

Infolgedessen gehen beim AWB seit Jahresbeginn rund 1.000 Reklamationen pro Woche ein – bisher erreichten den Eigenbetrieb des Landkreises bis zu 100 Reklamationen wöchentlich. Landrat Heinz Eininger forderte in dieser Woche bei einem Gespräch mit der Konzernspitze nachdrücklich, die Missstände nun endlich zu beseitigen und verlässliche Pläne dafür vorzulegen.

Beim AWB wird unterdessen eine sogenannte Ersatzvornahme vorbereitet. Dabei wird ein Drittanbieter mit der Abfuhr beauftragt und die Kosten dafür werden dem säumigen Vertragspartner in Rechnung gestellt. „Leider lässt sich die Abfuhr damit auch nicht von heute auf morgen bewerkstelligen“, sagt Kopp. Ihm bleibt derzeit nur, mit dem Unternehmen weiter zu verhandeln und die Einwohnerschaft um Verständnis zu bitten. „So eine Situation habe ich in meinen 30 Jahren beim AWB noch nicht erlebt.“

Im Landkreis Esslingen werden insgesamt etwa 340.500 Tonnen und Container geleert, davon entfallen rund 145.500 Behälter auf Restmüll, 95.000 auf Biomüll und 100.000 auf Papier. Unter Berücksichtigung der Entleerungsintervalle werden wöchentlich im Durchschnitt 130.000 Behälter abgefahren, in den Sommermonaten mit dem kürzeren Leerungsintervall der Biomülltonnen wöchentlich etwa 147.000 Behälter.

Info:

Der AWB bittet darum, nicht geleerte Behälter an der Straße stehen zu lassen. Nur dann können die Tonnen bei einer Nachleerung berücksichtigt werden.

 

(Quelle: Landratsamt Esslingen)